Gartenmauer mit Geschichte

Beim letzten Ausflug im Altmühltal entdecken wir ein weiteres Beispiel wie die Menschen dort mit ihrem Naturstein verwachsen sind.

An der alten Mühle in Zimmern hat man uralte Versteinerungen in eine Gartenmauer eingearbeitet.

So wird am ehesten deutlich, dass Naturstein kein „Fabrikprodukt“ ist, sondern eine Geschichte hat die  Millionen von Jahren alt ist. An der Stelle an der heute diese Mühle steht war einst der Strand eines gigantischen Meeres. Und diese Tiere wurden hier angespült und langsam von Kalk und anderen Ablagerungen begraben.

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Sarah und Benno bereiten sich auf ihr Gesellenstück vor

Die Doku um Sarah und Benno geht in die Zielgerade. Beide sind jetzt im 3. Lehrjahr. Die Arbeit mit dem Stein macht ihnen noch immer viel Spaß und man kann deutliche Veränderungen bei den beiden jungen Leuten sehen. Jetzt ist es für sie auch kein Problem mehr vor dem Prüfungsausschuss für die Gesellenprüfung ihr geplantes Gesellenstück vorzustellen. Und natürlich interessieren auch wir uns für die geplanten Arbeiten.
Sarah hat beschlossen ein Stück des Flusses nach zu bilden an dem sie aufgewachsen ist. Sie nimmt dazu ein Stück Jura aus Solnhofen. Sie findet, das es wegen der eingeschlossenen Schnecken gut zu dem Thema „Heimat“ passt.
Bei Benno wird es ein Stehtisch. Einen Platz dafür hat er auch schon. Er soll einmal den Wintergarten zieren.

Vorbereitung auf die Gesellenprüfung

diese Woche wird eine neue Folge mit Sarah aufgenommen. Sie ist jetzt bereits mit der Vorbereitung ihreres Gesellenstückes beschäftigt und das wollen wir uns ansehen.

Dazu muss sie eine Vorbereitungsmappe erstellen und ihr geplantes Gesellenstück beschreiben.

Sie will versuchen das Profil eines Flusses in ein besonders schönes Stück aus Solnhofer Stein zu klopfen und daraus einen Tisch zu gestalten.

Wir sind schon sehr gespannt auf den Dreh und die Beschreibung die uns Sarah von ihrer Arbeit geben wird.

Die Erfindung der Lithografie

Während eines Sparzierganges an einem Regentag im Jahre 1796 bemerkte der Musiker und Schriftsteller Alois Senefelder, dass sich auf einem Kalkstein ein Blatt abgebildet hatte. Das brachte ihn auf die Idee auf Stein zu ätzen.

Mit einer fetthaltigen Tusche zeichnete er die zu druckenden Stellen auf eine glatt geschliffene Steinplatte aus Solnhofener Plattenkalk. So wurden diese Stellen wasserabweisend. Durch weitere Behandlung mit Salpetersäure wird der Stein so präpariert, dass mit Hilfe von fetthaltigen Druckfarbe ein Papierabdruck entstehen kann.

Mit dieser neuen Drucktechnik konnten die Kosten im Vergleich zu der bis dahin eingesetzten Kupferstich-Technik au ein Fünftel reduziert werden.

Im 19. Jahrhundert war das Flachdruckverfahren das einzige Druckverfahren das größere Auflagen farbiger Drucke ermöglichte.

Heute wird dieses Druckverfahren immer noch von zahlreichen Künstlern weltweit eingesetzt.

Als idealer Stein für dieses Druckverfahren gilt bis heute der Solnhofer Kalkschieferstein.

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Dendriten

Eine typische Zeichnung in den Solnhofer Platten sind Dendriten. Oft werden sie mit Fossilien von Pflanzenresten verwechselt. In Wirklichkeit sind es aber sogenannte Pseudofossilien.

Dendriten entstehen bei der Kristallisation einer übersättigten Gasphase oder Schmelze, wenn die Kristallstruktur bevorzugte Wachstumsrichtungen aufweist.

Dass es sich bei Dendriten „nur“ um Pseudofossilien handelt ändert aber nichts an der Schönheit und der Einzigartigkeit des Steines. Schließlich gelten die Solnhofener Plattenkalke als eine der bedeutendsten Fossillagerstätten der Welt. Hier wurden alle zehn bisher bekannten Exemplare des als „Urvogel“ bezeichneten gefiederten Dinosauriers Archaeopteryx gefunden. Diese Fossilien machten den Solnhofener Plattenkalk international bekannt, auch wegen der oft erhaltenen Details (Weichteile, Pflanzenteile, Libellenflügel, Federn etc). Bedeutende Museen sind in Eichstätt das Jura-Museum auf der Willibaldsburg und das Museum Bergér in Eichstätt-Harthof, ferner das Bürgermeister-Müller-Museum in Solnhofen und das Fossilien- und Steindruck-Museum in Gunzenhausen

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Kirchenbau im Mittelalter. Sarah und Benno entdecken das Tretrad.

Vor allem in der Gotik wurde es immer wichtiger Baumaterialien auch über große Höhen nach oben transportieren zu können.

Das Tretrad bestand aus einem horizontal gelagerten mühlradähnlichen Holzzylinder, der durch Holzspeichen drehfest mit der Achse (dem Wellbaum) verbunden war. Der Laufzylinder war rundum mit Brettern verschalt und innen mit Trittleisten versehen.

Je nach Zylinderbreite konnten ein oder mehrere Männer das Tretrad in Bewegung setzen.

Folgendes Beispiel soll das Leistungsvermögen eines Tretradantriebs veranschaulichen: in einem Tretrad von 4,2 m Durchmesser können zwei Männer von je 75 kg Körpergewicht, bei einem wirksamen Hebelarm von 0,8 m im Rad, am Lastaufnahmegerät eine Hebekraft von 600 kg entwickeln. Mittels Flaschenzug lässt sich die Hebekraft vervielfältigen.

In leichteren Treträdern – etwa für Blasebälge – konnten Hunde, bei größeren Krananlagen konnten auch Esel den Antrieb besorgen.

Neben dem Tretrad im Regensburger Dom gibt es noch weitere etwa auf den Dachboden des Bamberger Doms und dem der Heilig-Kreuz-Kirche in Schwäbisch Gmünd

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Sarah und Benno in Regensburg – Teil 2

Nachdem Sarah und Benno die Arbeit der Dombauhüttenmeister selbst einmal versuchen durften, geht es jetzt auf die über einhundert Meter hohen Türme des Regensburger Doms. Hier arbeiten die Steimetze auf selbst gebauten Holzkonstruktionen, in schwindelerregender Höhe – aber dafür mit einer phantastischen Aussicht.
Besonders Erwähnenswert ist der Detailgrad, mit dem der Prachtbau bis hoch zur Spitze verziert ist. Die unzähligen Figürchen sind für den Menschen auf der Erde mit bloßem Auge gar nicht mehr erkennbar, doch der Bau war ursprünglich ja auch nicht für den Menschen gedacht.
Heute bedeutet dieser Detailreichtum einen großen Aufwand für die Arbeiter, die den Dom auch in Zukunft natürlich genau so erhalten wollen, wie er heute ist.

Sarah und Benno in Regensburg – Teil 1

Nach eineinhalb Jahren Ausbildung wird es Zeit für Sarah und Benno, zu zeigen, was sie mittlerweile über den altehrwürdigen Beruf der Steinmetze gelernt haben. Dazu treffen sie sich, begleitet von Landesinnungsmeister Hermann Rudolph, in der Dombauhütte Regensburg. Hier bearbeitet man den Stein noch original so, wie es auch die mittelalterlichen Bildhauer beim Dombau taten. Mit zum Teil handgeschmiedeten Werkzeugen und anderswo längst vergessenen Techniken erhalten sie das Antlitz des Prachtbaus originalgetreu. Das ist eine Lebensaufgabe, denn der Zahn der Zeit nagt derart unerbittlich, dass die Arbeit niemals beendet werden kann.

Unsere Azubis versuchen sich erst selbst an dem alltäglichen Kraftakt, dann werden sie von den Hüttenmeistern durch den Dom, und auf die über einhundert Meter hohen Türme geführt.

Benno und Sarah in Regensburg

Letzten Monat trafen sich Sarah und Benno in Regensburg, an der Dauerbaustelle Dom. Dort konnten unsere beiden Azubis zeigen, was sie bislang gelernt haben ehe uns die netten Steinmetze bis auf die über 80 Meter hohen Türme führten. Die spektakulären Bilder gibt’s bald in neuen Filmbeiträgen. Vorab schonmal ein paar „Schnappschüsse“ aus Regensburg – zu aller erst ein ganz besonderer Stein: Denn, auch wenn Regensburg üblicherweise nicht mit Juramarmor arbeitet, dieses Exemplar kommt direkt aus dem Altmühltal.

 

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